Milchwirtschaft

Neuseeland ist kein Vorbild

Der Tierzuchtexperte Prof. Hermann Swalve wehrt sich entschieden gegen die immer wieder erhobenen Hinweise auf eine umwelt- und tierfreundliche Milcherzeugung in Neuseeland. Das Gegenteil sei der Fall, betonte er auf der Tagung des Dachverbandes wissenschaftlicher Gesellschaften der Agrar-, Forst-, Ernährungs-, Veterinär- und Umweltforschung (DAF) in Berlin. Verschiedene Besuche vor Ort hätten ihm den Eindruck vermittelt, dass Gewässer und Flächen in hohem Maße eutrophiert seien, so der Wissenschaftler.

In Neuseeland erfolge die Milcherzeugung als intensive Weidewirtschaft. Leistungsfutter werde in der Regel nicht gegeben. Den Milchertrag bezifferte Swalve auf etwa 12.000 kg/ha. Dafür würden jeweils drei Milchkühe gehalten. Die Tiere befänden sich im ständigen Energiedefizit, ein Zustand der in Neuseeland als "controlled starvation" bezeichnet werde - auf deutsch: kontrolliertes hungern. In Deutschland beispielsweise werden mit einer Milcherzeugung von 20.000 kg pro ha gerechnet, wofür jedoch weniger Kühe erforderlich seien. (jst)
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