Am Ende der zweiten Runde gehen viele Milcherzeuger leer aus.
-- , Fotos: da
Am Ende der zweiten Runde gehen viele Milcherzeuger leer aus.

Wer an der 2. Antragsrunde für das EU-Programm zur Verringerung der Milchmenge teilgenommen hat, muss Abstriche machen. Denn die Restmenge von 12.200 t Milch aus der 1. Runde, für die es noch eine volle Beihilfe von 14 Cent für jedes nicht produzierte Kilogramm Milch geben sollte, war schnell vergriffen. Nach Informationen von agrarzeitung.de haben in Deutschland 918 Erzeuger einen Antrag für eine Reduktionsmenge von rund 17.760 t Milch eingereicht.

Weil auch in anderen EU-Ländern nochmals viele Landwirte teilgenommen haben, musste die EU-Kommission eine Kürzung der Reduktionsmengen durch einen Koeffizienten vornehmen. Dieser wurde nun auf 0,12462762 festgesetzt, so dass nur für 12,5 Prozent der beantragten Reduktionsmengen die volle Prämie von 14 Cent/kg Milch gezahlt wird.  Im Fall Deutschland schrumpft die Menge auf 2.213 t zusammen. Damit gibt es für die restlichen rund 15.547 t Milch, für die einen Antrag auf Reduzierung gestellt wurde, kein Geld. Diese Menge muss aber auch nicht mehr reduziert werden. Darüber werden die Milcherzeuger in einem Schreiben informiert, so ein Sprecher des Bundesagrarministeriums (BMEL) gegenüber agrarzeitung.de. Die 2. Runde beginnt am 1. November und endet Ende Januar 2017. 

Reduktion von Milch in Deutschland*
  Menge in tAnträge
Bayern  3.871 368
Niedersachsen 2.629 89
Baden-Württemb. 2.483 159
NRW 1.934100
Schleswig-Holstein 1.816 61
Rheinland-Pfalz 1.202 57
Meck. Pom. 1.161 7

2. Antragsrunde,
Quelle: BMEL
Für das EU-Milchmengenreduzierungsprogramm hat die EU-Kommission im September 2016 150 Mio. € bereitgestellt. Verteilt auf 14 Cent/kg Milch errechnet sich eine Gesamtmenge von 1,07 Mio. t. In der ersten Runde wurden Anträge für rund 1,06 Mio. t gestellt. Das Programm begann am 1. Oktober und läuft bis Ende Dezember. Kommt die Reduzierungsmenge tatsächlich zustande, bekommen alle Milcherzeuger, die im Januar einen Zahlungsantrag voraussichtlich im Februar für jedes Kilogramm nicht produzierte Milch 0,14 Cent bezahlt gegenüber dem Referenzzeitraum 2015. Aufgeteilt war das EU-Programm in vier Antragsrunden. Nach der großen Ressoanz hat sich eine dritte und vierte Antragsrunde nun erübrigt.

In der EU haben in den ersten beiden Runden insgesamt 58.035 Erzeuger einen Antrag auf eine Reduzierung ihrer Milchmengen gestellt. Die stärkste Produktionsdrosslung im Zeitraum von Oktober 2016 bis Januar 2017 ist dabei mit 288 263 t in Deutschland zu erwarten. In Deutschland soll die Erzeugung im Mittel um rund 27.000 kg je Antragsteller gesenkt werden. Frankreich meldete 184.320 t an und das Vereinigte Königreich 113.128 t. Die meisten Teilnehmer stellt allerdings Frankreich mit 14 780 Erzeugern; erst dann folgt die Bundesrepublik mit 10.865 Landwirten. (da)
stats