Niedersachsen will sich bei der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) für ein weitgehendes Verbot des Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffes Glyphosat einsetzen. „Der Einsatz dieses Giftes in der Landwirtschaft muss deutlich eingeschränkt werden“, forderte heute Niedersachsens Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Christian Meyer (Grüne) in Hannover. Der Vorsitz der VSMK liegt in diesem Jahr turnusgemäß bei Niedersachsen.

In Gärten, Parks und auf Kinderspielplätzen habe Glyphosat nichts zu suchen, deshalb solle es auch für Hobbygärtner ganz verboten werden, so der Minister. Während Niedersachsen bereits Ausnahmegenehmigungen für den Glyphosat-Einsatz auf kommunalen Flächen erheblich eingeschränkt habe, weigere sich die Bundesregierung weiter, dieses auch in der Landwirtschaft zu tun.

Reduktionsziele für Lebensmittelverschwendung

Niedersachsen will außerdem die Lebensmittelverschwendung eindämmen. „Wir müssen diese Verschwendung in den Griff bekommen, dazu ist die Gesellschaft ökonomisch, ökologisch, ethisch und sozial verpflichtet“, so Meyer. Er wolle den Bund auffordern, sich den Vorschlägen der EU anzuschließen. Brüssel wolle die EU-Staaten dazu verpflichten, die Menge an Lebensmittelabfällen bis 2025 um 30 Prozent zu verringern. So sollte es in der Novelle der Abfallrahmenrichtlinie verankert werden. Schätzungen gehen derzeit davon aus, dass es in Deutschland pro Kopf und Jahr zu Lebensmittelverlusten von rund 82 Kilogramm kommt, verantwortlich sind mit bis zu 60 Prozent die Endverbraucher.

Weitere Themen der Konferenz werden die Kennzeichnung von Lebensmitteln, Mindestanforderungen für Prüfsiegel, das Hygienebarometer, der von Herstellern geplante Verschleiß von Produkten sowie die Freihandelsabkommen TTIP und CETA sein. (az)
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