Antibiotikadaten

Niedersachsen hält Kritik für übertrieben


Es sei normal, dass ein komplexes und neuartiges System wie das staatliche Antibiotikamonitoring, in der Anfangsphase kaum reibungslos funktionieren könne, so der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums gegenüber agrarzeitung.de. Hinweise auf mögliche Mängel habe es bereits im Vorfeld von verschiedenen Seiten gegeben. Berechtigte Einwände könnten auch zielorientiert weiter verfolgt und Missstände beseitigt werden. Grundsätzlich sei das nach dem Arzneimittelgesetz vorgeschriebene System ein sinnvoller Schritt. Er könne nur für das Bundesland Niedersachsen sprechen, aber dort sei das Ministerium mit dem Fortgang der Einführung des Antibiotikamonitorings „recht zufrieden", sagte der Sprecher. Die Aussage von einem „Desaster" bei der Antibiotikadatenbank könne er beim besten Willen nicht akzeptieren.

Nicht alle Betriebe melden Daten

Nach Recherchen des WDR haben in Nordrhein-Westfalen nur 8.700 von 11.000 Betrieben die Behörden darüber informiert, ob und wie häufig sie Antibiotika eingesetzt haben. In Schleswig-Holstein lägen für 40 Prozent der Tierbestände keine Daten vor. In Baden-Württemberg habe weniger als die Hälfte der Betriebe gemeldet. Bayern, Sachsen und Brandenburg könnten keinerlei Aussagen über die erhobenen Daten machen

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, bezeichnete den Auftakt der Antibiotika-Kennzahlenerfassung als „Desaster". „Wir brauchen hier den ganz schnellen Neustart, mit diesen Zahlen können wir überhaupt nichts anfangen“, erklärte Ostendorff. (jst/SB)

 
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