Erdverkabelung

Niedersachsen loben Stromtrassen-Beschluss

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Die Proteste haben gewirkt. Jetzt kommen die Kabel in die Erde. Die Folgen für die Landwirtschaft sind noch nicht klar.
-- , Foto: Archiv
Die Proteste haben gewirkt. Jetzt kommen die Kabel in die Erde. Die Folgen für die Landwirtschaft sind noch nicht klar.
Die beiden Stromtrassen Süd- und Südostlink sollen als Erdkabel verlegt werden. Das stößt bei vielen Landwirten auf Kritik, der niedersächsische Agrarminister aber spricht sich für das Vorhaben aus. Er hatte sich in der Diskussion vor dem Bundesrat für die unterirdischen Höchstspannungsleitungen ausgesprochen. Die Pläne entsprächen den Forderungen vieler Bürgerinnen und Bürger und schonen Umwelt, Landschaftsbild und Flächenverbrauch. „Uns ist die Notwendigkeit des SuedLink-Projekts bewusst, da der Bau ein wichtiger Beitrag für die Energiewende und den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien ist“, so Meyer. 


In Bayern wird das Thema grundsätzlich anders behandelt. Die Erdverkabelung müsse die Ausnahme bleiben und dürfe nur mit Zustimmung der Grundstückseigentümer erfolgen. Durch die von einer Erdverkabelung ausgehende Erwärmung des Bodens sei mit erhöhten Verdunstungs- und Austrocknungsraten zu rechnen, erklärt der Bayerische Bauernverband.

DBV will regelmäßige Zahlungen an Landwirte


Der Deutsche Bauernverband fordert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf, Grundeigentümer angemessen zu entschädigen. Nötig sei die gesetzliche Verankerung wiederkehrender Zahlungen zusätzlich zu der einmaligen Dienstbarkeitsentschädigung. 


Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel kündigte an, dass das Land die Bundesnetzagentur und die Bauträger dabei unterstützen wolle, die optimalen Verläufe für die Trassen zu finden. „Die niedersächsische Landesregierung erwartet jetzt von den beiden Vorhabenträgern, dass diese den Vorzugstrassenkorridor für den SuedLink in enger Abstimmung mit den betroffenen Landkreisen und Gebietskörperschaften entwickeln“, erklärte Wenzel.

Ab dem 29. September wird für den SuedLink ein Internetportal zur Verfügung stellen, das möglichst vielen Bürgern ermöglicht, sich an der Planung der Trassen zu beteiligen. Dort sollen Hinweise auf Hindernisse wie etwa Hügel oder bebaute Gebiete gegeben werden. (lm)
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