Geflügelpest

Niedersachsen lockert Stallpflicht

Nach Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen lockert nun auch Niedersachsen die Einschränkungen für die Geflügelhalter. Das Landwirtschaftsministerium habe „jetzt aufgrund einer neuen Risikobewertung ein Ende der Stallpflicht für Geflügel in Teilen des Landes verfügt“, teilte die Landesregierung mit. Nur noch in Landkreisen mit einer besonders hohen Geflügeldichte und dort, wo ein besonderes Wildvogel-Risiko besteht, soll die Stallpflicht bestehen bleiben.

Aufstallung nur in Risikogebieten

Demnach soll nur noch in Kreisen mit einer Geflügeldichte von mehr als 1000 Stück Geflügel pro Quadratkilometer die flächendeckende Aufstallung gelten. Dies würde auf zehn Landkreise insbesondere im Weser-Ems-Gebiet zutreffen. Die neue Regelung soll ab Mittwoch gelten. In den anderen Landkreisen können die Behörden nur noch dort eine Teil-Aufstallung verfügen, wo von einem besonders hohen Risiko einer Ansteckung mit Geflügelpest ausgegangen wird.

Ausnahmen für Kleinbetriebe und Hobbyhaltungen

Das gilt für die sogenannten avifaunistisch wertvollen Gebiete mit einer hohen Anzahl an Wild- und Zugvögeln. Für kleinere Betriebe und Hobbyhaltungen, die ihre Bestände effektiv vor Wildvögeln schützen, soll es auch in Landkreisen mit allgemeiner Stallpflicht Ausnahmen geben. „Für das Tierwohl ist eine so lange Stallpflicht mit großen Problemen behaftet“, sagte Agrarminister Christian Meyer. Bisher seien vor allem Großbestände von der Geflügelpest betroffen, so der Grünen-Politiker.

90 Prozent der Tiere bleiben im Stall

Nach ersten Schätzungen werden somit bis zu 70 Prozent der geflügelhaltenden Betriebe (rund 37.000 Geflügelhalter) von einer weiteren Aufstallung verschont. Zugleich bleiben aber rund 90 Prozent der kommerziell gehaltenen Tiere (etwa 94 Millionen Stück Geflügel) weiterhin im Stall, da die Stallpflicht in den Hochburgen der Geflügelhaltung mit großen Tierbeständen weiterhin gilt. „Das ist eine angemessene Abwägung zwischen Tierwohl, Risiken und den hohen Belastungen insbesondere für Rassegeflügelzüchter und Kleinbetriebe“, meint Meyer. (SB)
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