Rinderherpes

Niedersachsen offiziell BHV1-frei


Der erfolgreiche Abschluss der Maßnahmen wurde nun von der EU-Kommission anerkannt. Mit der Bekanntmachung dieses Beschlusses im Bundesanzeiger hat Niedersachsen formell den Status BHV1-frei. Damit entfallen die Handelsbeschränkungen für niedersächsische Rinder, die in BHV1-freie Gebiete geliefert werden, teilt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium mit.

Für Menschen ungefährlich
Bei BHV1 handelt es sich um eine virusbedingte Krankheit, die zu hohen wirtschaftlichen Verlusten in Rinderbeständen führen kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Rinderherpes kommt weltweit vor und kann über einzelne unerkannt infizierte Tiere im Bestand weiter verbreitet werden. In der Europäischen Union haben nunmehr Dänemark, Österreich, Finnland, Schweden, die Region Bozen und Aostatal in Italien sowie die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Status „BHV1-freie Region“. Auch die Schweiz ist BHV1-frei.
Die Sanierung der Bestände war aufwändig und teuer: Allein in den vergangenen fünf Jahren zahlte die Tierseuchenkasse Beihilfen in Höhe von vier Mio. € und Entschädigungen in Höhe von 600.000 € für die Entfernung von etwa 12.000 Reagenten. So werden jene Tiere bezeichnet, die zwar Antikörper aufweisen, aber nicht unbedingt auch erkrankt sind. Insgesamt hat die BHV1-Sanierung rund 165 Mio. € gekostet. An den Kosten beteiligt sich das Land Niedersachsen zu 50 Prozent.

Der Transport von Zucht- und Nutzrindern aus nicht BHV1-freien Regionen oder Mitgliedstaaten nach Niedersachsen ist ab sofort nur zulässig, wenn die Tiere nicht geimpft sind, für 30 Tage in Quarantäne gehalten wurden und während der Quarantäne auf die BHV1-Infektion untersucht wurden. Dagegen dürfen Schlachtrinder aus nicht BHV1-freien Regionen ohne zusätzliche Untersuchungen direkt zum Schlachthof gebracht werden. Diese Regelungen gelten sowohl für Rinderbestände in Niedersachsen als auch für Sammelstellen und Viehhandlungen. Um den Fortbestand des Status BHV1-frei sicherzustellen, werden Rinder in Niedersachsen weiter auf den Virus untersucht. (SB)
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