Dass der Klimawandel die Landwirtschaft besonders belastet, bestätigt das Bundesumweltministerium in seiner neuen Studie. Steigende Temperaturen, feuchtere Winter und häufigere Wetterextreme wirkten sich zunehmend auf die deutsche Gesellschaft aus. Das ist das Ergebnis des bislang umfassendsten Berichts der Bundesregierung zur Anpassung an den Klimawandel.

Die Landwirtschaft muss sich demnach vermehrt mit Trockenstress, Extremereignissen wie Stürmen, Starkregen und Hagel auseinandersetzen. Diese führten zu großen Qualitätsschwankungen und Ertragseinbußen, ist ein Fazit des Berichts. „Der Bericht zeigt auf, wo wir besonders gefährdet sind“, sagt Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) vermisst jedoch Maßnahmen der Regierung. „Nichthandeln wird beim Klimaschutz richtig teuer“, sagt Wenzel. „Wenn wir nicht wollen, dass Natur, Landwirtschaft, Wälder und unsere ganze Heimat Erde weiterhin irreparabel Schaden nimmt, muss der Klimaschutz weltweit verstärkt werden“, wünscht er sich stärkere Maßnahmen, um der Veränderung Einhalt zu gebieten.

Lokale Klimaagenturen als Vorbild für den ganzen Staat

„Die Landwirtschaft wird es zuerst spüren. Mehr Winterregen, trockenere Sommer, verstärkte Bodenerosion, mehr Extremwetter, mehr Hitzetage, mehr Starkregen", sagte Wenzel in Hannover. Deutschland verfüge über das Know-how und eine große Unterstützung aus Wirtschaft und Bevölkerung für den Umbau der Energieversorgung. Der Niedersachse spart nicht mit großen Worten: „Wir können Weltmeister bei Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien werden - wenn die Bundesregierung in ihren Strategien und Beschlüssen endlich die verzagte Haltung ablegen würde!"

Große Hoffnung verbindet der niedersächsische Umweltminister mit dem Bewusstseinswandel in den Kommunen. Lokale Klimaagenturen und engagierte Stadtwerke seien auf dem besten Weg, Vorbilder für das gesamtstaatliche Handeln zu werden. Die vom Land Niedersachsen gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium durchgeführte Internationale Kommunale Klimakonferenz Anfang Oktober in Hannover werde davon ein "beredtes Zeugnis" ablegen. Wenzel: „Global denken und lokal handeln, passt hier besser denn je!" (brs)
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