Grundwasser

Nitratwerte weit überschritten

Immer mehr Grundwasser-Messstellen weisen eine Nitratbelastung über den gültigen Grenzwerten auf. Dies geht aus einer Antwort des Bundesumweltministerium an die Bundestagsfraktion Die Grünen/Bündnis 90 hervor. Auf einer Fläche von 105.000 km2, das sind etwas unter 30 Prozent der Fläche in Deutschland ist das Grundwasser in einem schlechten ökologischen Zustand. Rund 18 Prozent der Messstellen  in Deutschland weisen Werte über 50 mg Nitrat/Liter auf. Wenn man nur die landwirtschaftliche Fläche nimmt seien nach Berechnungen der Grünen 57 Prozent der Grundwasserkörper unter dem entsprechenden Acker- und Grünland problematisch. Für das Jahr 2011 hatte das BMUB eine Ausdehnung der Grundwasserkörper oberhalb der Grenzwerte von rund 100.000 km2 angegeben. Das bedeutet, dass in den vergangenen vier Jahren die Fläche der problematischen Grundwasserkörper um 4.000 km2 gestiegen ist.

Bärbel Höhn, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, nennt die Zahlen besorgniserregend. Sie betont: Das Problem sei seit Jahren bekannt, hauptverantwortlich dafür sei die Landwirtschaft. "Die Massentierhaltung versaut uns das Grundwasser. Auch das ist ein Preis für das Billigschnitzel." Immer mehr Tiere, die in Großställen gehalten würden, produzierten mehr Gülle, die auf den Feldern praktisch entsorgt werde und zu mehr Nitrat im Grundwasser führe.

So sind in Nordrhein-Westfalen 40 Prozent der Landesfläche betroffen, in Schleswig Holstein 50, in Niedersachsen sogar 60 Prozent. In diesen Bundesländern werden besonders viele Schweine und Rinder, wird besonders viel Geflügel auf engem Raum gehalten.

Till Backhaus, Agrarminister in Mecklenburg Vorpommern will auf keinen Fall die Bundesländer  über einen Kamm geschoren werden dürfen. Von 53 Grundwasserkörpern im Land seien elf wegen Nitrat im chemisch schlechten Zustand. Dies sind 18,4 Prozent der Landesfläche, weist der Minister hin. Die Novelle der Düngeverordnung sei überfällig, so Backhaus.

Das Bundesumweltministerium arbeitet seit diesem Jahr an einer Stickstoffminderungsstrategie, die einen integrierten Ansatz verfolgt. Denn nicht nur die Landwirtschaft trage Stickstoff in die Umwelt ein. Die Minderung der Stickstoffeinträge in die Umwelt sei eine politikübergreifende Aufgabe, die Beteiligte von der Landwirtschaft über Verkehr und Energie bis hin zum Verbraucher in die Verantwortung nimmt. (da)
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