Ackerbau

Norden fördert Vielfalt

Landwirte in Schleswig-Holstein können in diesem Jahr erstmals eine Förderung für die Teilnahme an der Agrarumweltmaßnahme „Vielfältige Kulturen im Ackerbau" beantragen. „Ich halte es für den richtigen Weg, dass wir wieder eine größere Kulturartenvielfalt auf den landwirtschaftlichen Ackerflächen bekommen", erklärt Agrarminister Robert Habeck. In der Ausbildung würden die Landwirtschaftsschüler viel über den Nutzen zahlreicher Fruchtfolgen lernen. „In der Praxis haben wir dann aber häufig nur drei oder noch weniger Fruchtarten", fügt er hinzu.

Wer an der Fördermaßnahme teilnehmen möchte, muss laut Ministerium auf der gesamten Ackerfläche mindestens fünf verschiedene Hauptfruchtarten anbauen. Jede Hauptfruchtart muss mindestens 10 Prozent der Ackerfläche ausmachen und darf 30 Prozent nicht überschreiten. Auf mindestens 10 Prozent der Ackerfläche seien Leguminosen oder Gemenge, die Leguminosen enthalten, anzubauen. Der Getreideanteil darf 66 Prozent der Ackerfläche nicht überschreiten. Nach Leguminosen oder nach Gemengen, die Leguminosen enthalten, ist unmittelbar eine Folgefrucht anzubauen, lauten die Vorgaben aus Kiel.

Die Maßnahme ist Bestandteil des neuen Eler-Programms der Landesregierung, das im Sommer dieses Jahres bei der EU-Kommission eingereicht werden soll. Vorgesehen ist derzeit eine jährliche Förderung bis zu 125 €/ha Ackerfläche (Nettofläche ohne Landschaftselemente), wenn der Leguminosenanteil durch großkörnige Leguminosen wie Lupine oder Ackerbohne erbracht wird (75 €/ha für Betriebe mit Ökolandbauförderung). 90 €/ha Ackerfläche würden für kleinsamige Arten gewährt wie Klee oder Luzerne (55 €/ha Ackerfläche bei Betrieben mit Ökolandbauförderung).

Die derzeit bestehenden Fördersätze würden noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch die EU-Kommission stehen. „Um zügig mit der Fördermaßnahme starten zu können, haben wir uns aber dennoch entschieden, die Maßnahme schon in diesem Jahr anzubieten", so Habeck. (Sz)
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