Eine Frage der Haltung
DRV-Präsident Manfred Nüssel hat mit einem Schreiben an Bundesminister Christian Schmidt die Bedingungen ausformuliert, unter denen nach Ansicht des Verbandes das Tierwohl in Deutschland sukzessive optimiert werden kann.

Wichtig sei vor allem, dass alle Maßnahmen freiwillig bleiben und schnell im Markt realisierbar seien, heißt es. Dafür sei die von der Wirtschaft getragene Initiative für das Tierwohl ein Garant. Deshalb warnt Nüssel davor, solche Initiativen durch politische Maßnahmen oder staatliche Eingriffe zu konterkarieren.

Tierschutz müsse bereits bei der Entwicklung serienmäßig hergestellter Stalleinrichtungen verpflichtend geprüft werden. Es dürfe aber nicht zu einer indirekten Anhebung von gesetzlichen vorgegebenen Haltungsstandards führen.

Noch Forschung nötig

Zu dem Punkt der nicht-kurativen Eingriffe bei Nutztieren wie das Kürzen eines Teils der Schwänze bei Schweinen gibt der DRV zu bedenken, dass Wirtschaft und Wissenschaft bereits seit geraumer Zeit an Lösungen zum Ausstieg aus diesen Praktiken forschen, bislang aber keine praxisreife Lösung gefunden wurde. Die konkrete Festlegung von Ausstiegsterminen lehnt der DRV daher ab.

Beim Sachkundenachweis für Tierhalter sowie einem Tierschutzbeauftragten für große Anlagen legt der DRV Wert darauf, dass dies auf freiwilliger Basis eingeführt werde.

Wichtig ist dem Verband vor allem, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tierproduktion erhalten bleibe. Eine Vereinheitlichung der Tierschutz Standards in den EU-Mitgliedstaaten sei daher wichtig, denn eine weitere Anhebung allein in Deutschland würde die Wettbewerbsposition verschlechtern.

Heute trifft sich der Kompetenzkreis Tierwohl, der die Initiative Schmidts mit den beteiligten Gruppen besprechen soll. (hed)
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