Appell

Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut

Als Gentechnik eingestuft werden müssen auch die neuen Verfahren des Genome Editings wie Crispr-Cas, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. In Europa stehe eine Entscheidung aus, wie die neuen gentechnischen Methoden rechtlich behandelt werden sollen. Werden sie auf europäischer Ebene als Gentechnik eingestuft, müssen sie eine umfassende Risikobewertung durchlaufen und unterliegen einer gesetzlichen Nachweis-, Rückverfolgbarkeits- und Kennzeichnungspflicht. Darüber hinaus fordert stellvertretend der Bioland-Präsident Jan Plagge, die Vertreter von Union, FDP und Grünen auf, an der Nulltoleranz für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Saatgut festzuhalten.

Hervorgehoben werden in der Erklärung die Ergebnisse der aktuellen Saatgutauswertung von Greenpeace, Bioland und IG Saatgut. Demnach waren alle Raps- und Maissaatgutproben 2017 frei von Gentechnik. Die zuständigen Behörden der Bundesländer konnten bei Rapssaatgut zum fünften Mal in Folge keine Verunreinigungen feststellen. Sie hatten dieses Jahr 269 Saatgutproben untersucht. Nach drei verunreinigten Proben im Vorjahr (2015 waren es noch sechs, 2014 acht belastete Proben) waren in diesem Jahr zum ersten Mal auch die mehr als 500 Maissaatgutproben frei von Gentechnik. Nur eine einzige Verunreinigung mit GVO wurde in Sachsen bei Sojabohnen festgestellt, die betroffene Partie kam nicht auf den Markt. (da)
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