Unfaire Handelspraktiken

Nur 20 Prozent vom Steak für den Erzeuger

Bis morgen haben Agrarverbände Zeit, um ihre Meinung zur Folgenabschätzung der EU-Kommission abzugeben. Umstritten ist vor allem, ob europaweite Verbote von unfairen Handelspraktiken sinnvoll seien. Denn schließlich sind die Geschäftspraktiken und die Lage der Landwirte in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich. Die EU-Kommission stellte deshalb einheitliche Verbote in allen EU-Mitgliedstaaten und einen lediglich minimalen EU-Gesetzesrahmen mit nationalem Spielraum als unterschiedliche Optionen vor. Copa/Cogeca, die Europäische Dachorganisation der Bauern- und Genossenschaftsverbände, spricht sich für eine einheitliche Lösung in der EU aus. Es sei nicht hinzunehmen, dass der Landwirt lediglich 20 Prozent vom Endverkaufspreis eines Steaks erhalte und dennoch die meiste Arbeit damit habe, empört sich der Verband. Um die Stellung des Landwirts in der Vermarktungskette zu verbessern, müssten unfaire Handelspraktiken verboten werden. Außerdem fordert Copa/Cogeca eine Ausnahme vom Wettbewerbsrecht der EU, damit sich Genossenschaften zu größeren Einheiten zusammenschließen können. (Mö)
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