Tierschutzplan

Nur wenige Schnäbel werden gekürzt


Landwirtschaftsminister Christian Meyer ist mit der Umsetzung des Niedersächsischen Tierschutzplanes zufrieden. Eine Erhebung des Ministeriums bei Veterinärämtern habe ergeben, dass im ersten Halbjahr 2016 bereits 90 Prozent der Hühnerküken ihre intakten Schnäbel behalten und diese nicht, wie bisher üblich, gekürzt werden. Das zeige, dass die Betriebe sich auf das Verbot des Schnabelkürzens einstellen, das zum Jahresende in Kraft tritt. Zurzeit werden in Niedersachsen etwa 18 Millionen Legehennen gehalten, davon immer mehr in ökologischer oder konventioneller Freilandhaltung.

Zahl der Legehennenhalter steigt

Während im Jahr 2004 noch rund 83 Prozent der Legehennen in Käfigen gehalten wurden, waren es 2015 noch lediglich 14,6 Prozent. Seit 2012 stieg die Zahl der in biologischer oder konventioneller Freilandhaltung lebenden Legehennen in Niedersachsen um 35 Prozent auf etwa 5,7 Millionen Tiere. Niedersachsen sei damit Deutschlands Freilandeier-Produzent Nr. 1. „Positiv daran ist, dass die Zuwächse der vergangenen Jahre in Niedersachsen nicht nur auf einem Größenwachstum bisheriger Betriebe fußen“, so Meyer. Vielmehr würden Landwirte auf Freilandhaltung mit mobilen Ställen und kleineren Einheiten umsteigen. Meyer nannte diese Entwicklung einen „umgekehrten Strukturwandel“. Die Zahl der Produktionsstätten mit Öko-Haltung stieg seit Ende 2012 um 30 Prozent auf 273. In der konventionellen Freilandhaltung werden derzeit 371 Produktionsstätten verbucht, ein Anstieg um 32 Prozent. Allein im Jahr 2015 kamen in diesem Sektor 46 Betriebsstätten hinzu, ein Plus von 14 Prozent.

Produkte besser kennzeichnen

Meyer lobte den Beitrag der Geflügelhalter zu mehr Tierschutz im Stall. Dieses Engagement müsse auch honoriert werden. „Ich fordere deshalb, die schon sehr erfolgreiche Kennzeichnung von Frischeiern auch bei verarbeiteten Produkten einzuführen. Damit endlich klar wird, ob die zum Beispiel für Nudeln oder Kuchen verwendeten Eier aus einer Haltung mit hohem Tierschutz stammen“, so der Minister.

Freiwillige Vereinbarung für Enten

Lobende Worte fand Meyer für die Niedersächsische Geflügelwirtschaft und deren Einsatz für mehr Tierschutz in der Entenhaltung. Als führendes Entenland bundesweit habe Niedersachsen gemeinsam mit den Tierhaltern und der Geflügelwirtschaft richtungweisende Vereinbarungen getroffen. Gemeinsam habe man verbindlich geregelt, dass bis Ende 2016 Enten Zugang zu Wasser und Bademöglichkeiten haben müssen. (SB)
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