Wahl 2017

OVID: Ölmühlen für offene Märkte

Zielgruppe des Positionspapiers seien in erster Linie politische Entscheidungsträger und Multiplikatoren, erklärt OVID- Präsident Wilhelm Thywissen gegenüber der agrarzeitung (az). Mit Blick auf die Bundestagswahl im September 2017 sei es dem Verband sehr wichtig, noch einmal deutlich die Rolle der Ölmühlenindustrie in der Agrar- und Ernährungswirtschaft hervorzuheben.

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Die Produkte aus der Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe in den Ölmühlen fänden Verwendung in den verschiedensten Bereichen, unterstreicht Thywissen. Dazu zählen die Ernährungs- und Futtermittelindustrie sowie die Bioenergie und chemische Industrie. Es sei vielen nicht bewusst, dass sie in etwa 80 Prozent der Güter des täglichen Bedarfs enthalten seien, ergänzt er.

Die derzeit hitzigen Diskussionen wie beispielsweise um die „Neuen Bauerregeln“ aus dem Bundesumweltministerium zeigen den aus seiner Sicht den Zustand der öffentlichen Debatte zur Zukunft der Landwirtschaft speziell in Deutschland. Dabei fehle seiner Branche ein klares Bekenntnis der Politik zur konventionellen Landwirtschaft genauso wie zur Vielfalt der Agrarwirtschaft.

Viel zu sehr kreisen die Auseinandersetzungen um den „eigenen Kirchturm“ und widme sich viel zu wenig der Rolle des internationalen Agrarhandels, beklagt Thywissen. Völlig unterschätzt und häufig sehr einseitig gesehen die Bedeutung offener Märkte auch für die Bekämpfung des Hungers auf der Welt und sowie Auswirkungen des Klimawandels.

Seine größten Bedenken gelten daher auch der ungehinderten Versorgung mit agrarischen Rohstoffen aus Ländern außerhalb der EU, so Thywissen. Aber auch die Förderung des heimischen Rapsanbaus sowie die Fortsetzung der Produktion konventioneller Biokraftstoffe als Beitrag zum Klimaschutz sieht er als Projekte mit hoher Priorität für die Zukunft der Ölmühlen. Schließlich habe sich Deutschland im Pariser Klimaschutzabkommen im Dezember 2015 auf die Einhaltung ambitionierter Ziele verpflichtet.

Mit einem Verzicht auf Biotreibstoffe würde jedoch allein Deutschland etwa sieben Millionen Tonnen Treibhausgase emittieren, nennt er eine konkrete Zahl. Das am 24. Februar 2017 veröffentlichte Positionspapier soll in weiteren Gesprächen auf dem politischen Parket weiter vertieft werden, kündigt Thywissen an. Auch solle es als Bestandteil gemeinsamer Aktivitäten mit anderen Branchenverbänden Forderungen des gesamten Agrar- und Ernährungssektors klar benennen. (jst)
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