Regulierung

Obergrenzen für Agrarspekulation

Nach zweijährigen Verhandlungen über eine EU-Finanzmarktrichtlinie (MiFID) verständigten sich die EU-Kommission, das Europaparlament und die EU-Mitgliedstaaten in Brüssel. Positionen der Anleger von Nahrungsmitteln und anderen Rohstoffderivaten werden danach beschränkt.

Mit der Finanzkrise von 2008 geriet die Spekulation mit Nahrungsmitteln in die Kritik. Große Anlagevolumina an Warenterminbörsen werden seitdem von Kritikern für steigende Preise von Agrarrohstoffen verantwortlich gemacht. "Wir reduzieren den spekulativen Anteil an den Warenterminmärkten, ohne den Markt an sich zu stören“, erklärte dazu der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber.

Dagegen sieht die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam weiterhin zu viele Schlupflöcher. Die Obergrenze für die Positionen werde auf nationaler Ebene und nicht auf europäischer Ebene festgelegt, bemängelt Oxfam. Deshalb könnten Spekulanten etwas nach Großbritannien abwandern, wenn dort weniger strenge Obergrenzen gelten. (Mö)
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