Tierwohl

Obergrenzen umstritten


Von einem solchen Vorschlag hält Frank Zedler, Präsident des Landesbauernverbandes, wenig und verspricht sich keine zusätzlichen Vorteile für die Nutztierhaltung im Bundesland. „Wenn es dem einzelnem Tier im Stall gut geht, die Weiterverwendung von Stallmist und Gülle stimmt und der Tierhalter das Wohl aller Tiere im Blick hat, ist die Gesamtanzahl der Tiere zweitrangig“, erklärte Zedler. Er verweist auf die kürzlich im Landtag in Magdeburg auf Anfrage der Grünen vorgestellten Kontrollergebnisse, die belegen, dass Mängel in keinen Zusammenhang mit Bestandsgrößen zu bringen seien. 

In Sachsen-Anhalt ist seit Wochen eine heftige Diskussion um Tierschutz entbrannt. Im Dezember hatte der Landkreis Jerichower Land wegen schwerer Tierschutz-Verstöße ein Tierhaltungsverbot gegen den niederländischen Schweinehalter Adrianus Straathof verhängt. Der Bauernpräsident von Sachsen-Anhalt verurteilt das illegale Handeln Einzelner, denn es beschädige das Image einer ganzen Branche. Doch habe, so Zedler, die Anzahl der Tiere nichts mit Tierwohl zu tun. Auf Grund der Verstöße in den Produktionsbetrieben von Straathof hatte sich Ministerpräsident Haseloff zu Wort gemeldet. Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) erklärte, dass die Bevölkerung nicht mehr willens sei, agrarindustrielle Massentierhaltungsanlagen in den bisherigen Ausmaßen zu akzeptieren. (da)
stats