Netzausbau

Offshore-Wind braucht neue Leitungen

Die Bundesnetzagentur geht nicht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 über die bereits beschlossenen neuen Trassen hinaus weiteren Neubauprojekte notwendig sind. An den aktuellen Planungen macht die Behörde aber keine Abstriche. „Nach den derzeitigen Prüfungen sind alle Projekte im Bundesbedarfsplangesetz unverändert erforderlich“, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Aktuell würden die Netzentwicklungspläne diskutiert, die im Jahr 2030 eine sichere Stromversorgung garantieren sollen. Die Bundesnetzagentur prüft dabei die von den Übertragungsnetzbetreibern vorgeschlagenen Maßnahmen. Dach aktuellem Stand seien 90 der 160 vorgeschlagenen Projekte erforderlich. Dabei handle es sich um 30 neue Maßnahmen von denen lediglich zwei in neuer Trasse geplant seien, so die Bundesnetzagentur. Jeweils zwei weitere neue Trassen seien in der Ost- und Nordsee für die Anbindung von Offshore-Windparks erforderlich.

Die Übertragungsnetzbetreiber haben vorgeschlagen, an Land bis 2030 keine zusätzlichen Höchstspannungs-Gleichstromleitungen (HGÜ) wie die umstrittene Suedlink-Trasse zu errichten. Stattdessen sollen herkömmliche Wechselstromverbindungen verstärkt oder neu errichtet werden. Mit sogenannten leistungssteuernden Betriebselementen möchten sie zudem das Übertragungsnetz besser auslasten.

Mittel- bis langfristig werde sich die Frage stellen, ob weitere großräumige HGÜ-Verbindungen in Betracht kommen, so die Netzbetreiber. Die Bundesnetzagentur verweist darauf, dass bis 2030 technologische Fortschritte denkbar seien, die den weiteren Netzausbaubedarf dämpfen könnten. Tendenziell werden die Anforderungen an das Stromnetz mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien aber steigen. (SB)
stats