Gentechnik

Opt-out kann teuer werden


Seit Monaten steht ein Vorschlag der EU-Kommission im Raum, dass die EU-Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene einen Import von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) verbieten können. Erst in der vorigen Woche hat der Umweltausschuss im Europäischen Parlament (EP) das Ansinnen zurückgewiesen. Jetzt muss sich in der kommenden Woche noch das Plenum des EP damit befassen. Bislang deutet alles darauf hin, dass es – anders als beim Anbau von GV-Sorten in der EU – hinsichtlich der Importe keine politischen Mehrheiten für nationalen Alleingänge geben wird.

Im abschließenden Entscheidungsprozess haben in dieser Woche die drei EU-Verbände der Mischfutterhersteller (Fefac), der Ölmühlen (Fediol) und des Getreide- und Futtermittelhandels (Coceral) eine Studie vorgestellt, in der die Kosten nationaler Verwendungsverbote aufgelistet sind. Die Autoren der Studie kalkulieren für ein solches Opt-out, falls es von den vier EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Polen und Ungarn gewählt wird, jährliche Mehrkosten von insgesamt 1,2 Mrd. €. Hinzu kämen Wettbewerbsnachteile für die europäische Tierproduktion sowie eine Schwächung der EU als Nettoexporteur von Getreide. (db)
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