Milchkrise

Ostendorff kritisiert den Handel


Der Handel wehrt sich gegen den Vorwurf von Bauern und Politikern, für die Preismisere der deutschen Landwirtschaft verantwortlich zu sein. "Wer Supermärkte und Discounter verantwortlich macht, redet am Thema vorbei", sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Preisbildung für Milch und Fleisch erfolge auf dem Weltmarkt. Die Tiefpreisphase sei letztlich Folge einer verfehlten Agrarpolitik, die ausschließlich auf eine Ausweitung der Produktion gesetzt habe, so Genth weiter.

Gegen diese Aussagen regt sich Kritik bei den Grünen. Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik formulierte umgehend eine Stellungnahme zu den Äußerungen. Es sei doch offensichtlich, wie der Handel die Mengenüberschüsse für ein "gnadenloses Preisdiktat" ausnutze. Es ist sei eine Schande, dass ein Liter Milch in manchen Discountern im Moment unter 60 Cent koste. Die Aussage Genths, ein höherer Milchpreis nütze den Bäuerinnen und Bauern nicht, sei zudem zynisch. Die derzeitige Preispolitik ruiniere die bäuerlichen Betriebe. Ostendorff forderte in seiner Stellungnahme zudem den Handel auf, angemessene Erzeugerpreise zu verhandeln und das Preisdumping bei tierischen Produkten zu unterlassen. (mrs)

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