Milchmarkt

Ostendorff schreibt Schmidt


Der Milchmarkt wird immer mehr zum parteipolitischen Streitthema. Die Grünen werfen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in einem offenen Brief vor, nicht genug gegen den Preisverfall zu unternehmen.

„Bundesminister Schmidt ignoriert die für die Milchbauern dramatische Situation auf dem Milchmarkt", kritisiert Friedrich Ostendorff, Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion für Agrarpolitik. Schmidt habe bislang keine Konzepte vorgelegt, wie er zu handeln gedenke. Notwendig seien Taten, sonst würden weiter kleine und mittlere Betriebe zur Aufgabe gezwungen, befürchtet Ostendorff. Schmidt lege die Hände in den Schoß und meine anscheinend, der Markt werde das schon regeln. "Das geht an der Realität vorbei. Viele gute bäuerliche Betriebe stehen vor dem Aus", erklärt der Grünen-Politiker.

Die Bauern befänden sich in einem Dilemma. Eine Steigerung der Milchmenge auf dem Markt führe zu weiter sinkenden Preisen. Aber individuell könnten die Bauern die Menge nicht reduzieren, sondern müssten mithalten und mit Investitionen steige die Abhängigkeit von guten Preisen. "Das ist ein Teufelskreis und ein Fall von Marktversagen, der politisches Handeln notwendig macht. Das Nichtstun des Ministers ist verantwortungslos“, meint Ostenforff. (SB)
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