Landgrabbing

Osteuropäer warnen vor Ausverkauf


In Polen seien zwischen 2004 und 2014 rund 200.000 ha illegal verkauft worden, erklärte der konservative Abgeordnete Zbigniew Kuzmiuk im EP-Agrarausschuss in Brüssel. Käufer würden die Beschränkungen zum Verkauf von Land an Ausländer umgehen. Die Käufer besorgten sich das Land entweder über polnische Mittelsmänner, beklagte Kuzmiuk, oder sie gäben sich als Anteilseigner einer Minderheit im Betrieb aus und hätten dann doch das Sagen.

Rumänische Abgeordnete kritisierten ebenfalls im Ausschuss umfangreiche Landkäufe durch Nichtlandwirte, die zum Teil dazu führten, dass auf dem Land nichts mehr angebaut werde. Peter Jahr (CDU) steht dem Bodenkauf als Anlagemöglichkeit ebenfalls skeptisch gegenüber. Fehlentwicklungen müsse die EU-Kommission verhindern, forderte der deutsche Abgeordnete.

Tassos Haniotis von der EU-Kommission sieht Land Grabbing nicht als größeres Problem an. Sicherlich gebe es eine Konzentration von Land in immer größeren Einheiten. Nur sei das vor allem auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft zurückzuführen. Eine Mobilität auf dem Landmarkt müsse es geben, vor allem um Junglandwirten eine Chance zu geben, betonte der Mitarbeiter der EU-Kommission. (Mö)
stats