Russlandsanktionen

Ostexporte sinken dramatisch


Von der Sanktionspolitik besonders betroffen seien die Sektoren Maschinenbau und Agrarwirtschaft, so Cordes. Das Tempo des Rückgangs des Exportgeschäfts habe sich weiter beschleunigt. Allein in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres seien die Ausfuhren aus Deutschland um weitere 34 % gefallen. Nach Prognosen des Ausschusses werden sich die Exporte bis zum Jahresende im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012 um etwa 50 % verringern und nur noch einen Größe von etwa 20 Mrd. € erreichen. Damit fiele Russland in der Liste der wichtigsten Abnehmerländer auf Rang 15 zurück und liege damit hinter Ländern wie Tschechien oder Schweden. 

Aus Sicht der Wirtschaft seien einseitige wirtschaftliche Sanktionen ein ungeeignetes Mittel um politische Prozesse zu beeinflussen. Denn die sich daraus ergebenden Lücken würden andere Lieferanten als Chance nutzen und selbst neue Wirtschaftsbeziehungen aufbauen. So würden Länder wie China, Südkorea oder auch die Türkei ihre Beziehungen zu Russland immer mehr erweitern. Trotz einer erkennbaren leichten Wirtschaftsschwäche habe Russland weiterhin eine grundsolide Substanz, betonte Cordes. Die Verschuldung belaufe sich auf 12 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), für Deutschland betrage dieser Wert rund 80 %. (jst) 
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