WWF-Umfrage

Palmöl selten nachhaltig erzeugt


Von den 200 befragten Unternehmen haben nach Angaben des WWF 75 Firmen keine Auskunft erteilt. Darunter seien auch die Futtermittelhersteller Deutsche Tiernahrung, Cremer, Agravis Raiffeisen und Mega, teilte der WWF mit. „Selbst minimalste Nachhaltigkeitsstandards und Transparenz bei Palmöl scheinen bei rund 40 Prozent der großen, deutschen Unternehmen, die auf den Rohstoff angewiesen sind, kein Thema zu sein“, kommentiert der WWF das Ergebnis. Die Futtermittelindustrie nutze jährlich rund 160.000 t Palmöl, von denen nach Berechnungen des WWF nur 1 Prozent aus nachhaltigen Quellen stammt.

Die Agravis weist den Vorwurf des WWF als falsch zurück. Das Unternehmen habe auf die Anfrage des WWF geantwortet, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von agrarzeitung.de. Allerdings habe man sich aus inhaltlichen Gründen nicht an dem Fragenkatalog orientiert, sondern eine allgemeine Auskunft zum Umgang mit Palmölimporten gegeben.

31 Prozent nutzen zertifiziertes Palmöl

Positiv sei aus Sicht des WWF, dass immer mehr Unternehmen zertifiziertes Palmöl nutzen und sich mit ihrer Lieferkette auseinander setzen, lobt der Verband. Die volle Punktzahl hätten die Firmen Daabon und Agrarfrost erreicht. Insgesamt würden inzwischen mehr als 50 Prozent der befragten Unternehmen ihren Palmölbedarf zumindest teilweise mit zertifizierter Ware decken. Während bei der vorherigen Umfrage im Jahr 2013 nur 29 Unternehmen zu 100 Prozent zertifiziertes Palmöl nutzen, seien es diesmal bereits 62 gewesen. Für den WWF wichtige Kriterien wie etwa ein Verbot der Umwandlung von Torfböden oder der Einsatz hochgefährlicher Pestizide, fordern allerdings nur 46 Unternehmen bei ihren Lieferanten ein. Diesem Beispiel müssten jedoch, so die WWF-Forderung, unbedingt mehr Unternehmen folgen. (SB)
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