Endokrine Disruptoren

Parlament fordert Verbote


Die EU-Kommission verzögert die Gesetzgebung für endokrine Disruptoren. So lautet die Kritik zahlreicher Abgeordneter während einer Fragestunde im Europaparlament in Straßburg. Auch einige Pflanzenschutzmittel gehören zu den Chemikalien, denen schädliche Wirkungen auf das menschliche Hormonsystem nachgesagt werden.

Konkret wirft das Parlament der Kommission vor, sie habe 2013 als Frist für einen geforderten Bericht über endokrine Disruptoren verstreichen lassen. Jetzt will die EU-Kommission bis 2016 die Risiken definieren und mögliche Verbote aussprechen. Das ist dem Europaparlament zu spät.

Verbot von 31 Pflanzenschutzmitteln gefordert

Abgeordnete der Grünen und Linken führten während der Fragestunde eine Liste von 31 Pflanzenschutzmitteln an, die verboten werden müssten. Abgeordnete anderer Fraktionen wiesen darauf hin, dass es bisher an Belegen für deren Schädlichkeit fehle. Zwar würden nachlassende Fruchtbarkeit, Fettleibigkeit oder manche Krebsarten mit Umweltchemikalien in Zusammenhang gebracht, aber Genaueres wisse man nicht. Untersuchungen liefen und brauchten ihre Zeit, rechtfertigte sich EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis vor den Parlamentariern. (Mö) 
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