1

Es waren einmal zehn tapfere Landwirte in Schleswig-Holstein. Sie hatten es satt, immer nur über BSE und dessen Folgen zu jammern. Sie wollten den verunsicherten Bürgern des Landes zeigen, dass die Landwirte trotz aller Krisen immer noch gutes Fleisch erzeugen. Und sie wollten ihnen auch zeigen, dass gutes Fleisch seinen Wert hat. Sie bedienten sich des Internets und schufen eine Kontaktbörse unter der Adresse www.unser-kalb.de, auf der jeder Rindfleischesser mit einer monatlichen Leasingrate von 110 DM zu seinem "Patenkalb" kommen kann.

Die Landwirte beschreiben mit gezielter Hintergrundinformation auf ihren einfachen, aber übersichtlichen Seiten, wie auf ihren Höfen das Fleisch erzeugt wird. Sehr wohltuend: Sie verzichten auf überflüssigen Textballast. Durch die klar strukturierte Navigation macht das Surfen Spaß. Auf die Meinung der Besucher legen die Rindviehhalter besonders großen Wert. Überall befinden sich Links, unter denen der Besucher seine Meinung sagen oder Kontakt mit den Landwirten aufnehmen kann.

Eine umfassende und kommentierte Linksammlung zum Thema BSE wurde unter der Rubrik "Infopool" zusammen getragen. Sehr clever ist die Rubrik "Tipps und Tricks". Dort erklären die Landwirte, wie der potenzielle Kunde mit den 400 kg Rindfleisch fertig werden kann. Fragt sich nur, ob er später einen Bissen von seinem "Patenkälbchen" herunterbringt. Für die Landwirte, die lieber jammern, hat eine Kundin in der Meinungsbörse die richtige Frage parat: "Wollt Ihr denn gar nichts daran verdienen?" (Pa)
stats