Pflanzenzucht

Patent auf Paprika in der Kritik


Das Europäische Patentamt hat dem Schweizer Konzern Syngenta ein Patent auf eine konventionell gezüchtete Paprika erteilt (EP 2 166 833 B1). Das Patent umfasst die Verwendung der Paprika als Lebensmittel, die Pflanzen selbst, deren Anbau und Ernte sowie das Saatgut. Der Geschäftsführer des Bio-Spitzenverbandes BÖLW, Peter Röhrig, kritisiert die Entscheidung des Patentamtes energisch: „Das Paprika-Patent verstößt gegen Patentrecht und behindert Innovation in der Pflanzenzucht“, so Röhrig. Züchter und Landwirte bräuchten den freien Zugriff auf die genetische Vielfalt aller Pflanzensorten und Tierrassen. Das bestehende Sortenschutzrecht reiche völlig aus, um die geistige Leistung der Züchter zu schützen. „Patente blockieren die Weiterentwicklung, auf die wir in der Landwirtschaft weltweit dringend angewiesen sind“, befürchtet der BÖLW-Geschäftsführer.

Kritik übt der Verband auch an der Haltung der Bundesregierung. Diese hatte sich im Koalitionsvertrag darauf verpflichtet, sich für ein europaweites Verbot von Patenten auf Pflanzen und Tiere einsetzen. Doch weder Justizminister Heiko Maas (SPD) noch Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) seien bisher aktiv geworden. Die Bundesregierung müsse jetzt energisch auf die EU-Kommission zugehen und eine Novellierung der EU-Bio-Patentrichtlinie einfordern, stellt der BÖLW fest.(SB)
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