Glyphosat

Peinliche Panne in den USA


Es lässt sich im Nachhinein nicht mehr überprüfen, aber zahlreiche Institutionen berichten, dass Ende April auf der Website der US-Umweltagentur (EPA) ein Bericht zu Glyphosat erschienen war, in dem der Pflanzenschutzmittelwirkstoff als „wahrscheinlich nicht krebserregend für den Menschen“ eingestuft worden ist. Der Bericht der zum EPA gehörenden Abteilung „Cancer Assessment Review Committee (CARC) soll als „Abschlussbericht“ bezeichnet worden sein. Am 2. Mai hat die EPA den Bericht jedoch aus dem Internet genommen und angekündigt, dass die endgültige Bewertung nicht vor Jahresende vorliegen soll.

Der Vorgang ist ein paar Tage her, beschäftigt aber weiterhin die Politik. Ende voriger Woche haben die Vorsitzenden des Agrarausschusses im US-Repräsentantenhaus in einem gemeinsamen Brief an die EPA daran erinnert, dass die Glyphosat-Bewertung eigentlich bereits im Sommer 2015 hätte abgeschlossen sein sollen. Jetzt kam das Durcheinander mit der Veröffentlichung des lang erwarteten vermeintlichen Abschlussberichts, der kurz darauf wieder zurückgezogen wurde. „Wir sind beunruhigt“, schreiben die Vorsitzenden des Agrarausschusses und weiter: „Diese Fehler zeigen systemische Probleme im EPA-Management, in den Überprüfungsverfahren und in den Publikationsprozessen.“ Die Politiker verlangen von der Behörde eine Erklärung, wie es zu dieser Panne kommen konnte. (db)
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