Von 1989 bis 2013 haben die Forscher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz die Daten des landeseigenen Grundwassernetzes ausgewertet. Noch nie wurde im Land eine über 25 Jahre reichende Zeitspanne untersucht. Das Ergebnis: In weiten Teilen Niedersachsens werden Belastungen des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel nachgewiesen.

An fast 1.200 Messstellen wurden Daten gesammelt, an 135 davon wurden Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. So genannte „nicht relevante Metaboliten“, das heißt, Reste oder Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln, die keine Pestizidwirkung oder Toxizität aufweisen, wurden an rund 500 Messstellen gefunden – das entspricht rund 42 Prozent der gesamten Messstellen.

Am häufigsten tauchten die zugelassenen Wirkstoffe Bentazon, Isoproturon und Mecoprop mit herbizider Wirkung sowie das Fungizid Metalaxyl im Grundwasser auf. Auch Pflanzenschutzmittel, die längst verboten sind, sind nachgewiesen worden.

Minister fordert Einschränkung der Anwendung

„Es besteht akuter Handlungsbedarf“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) zu den Studienergebnissen. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Anwendung der Mittel eingeschränkt und die Zulassungspraxis des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit überprüft werde.

Zwar bestehe für Verbraucher keine Gefahr, weil die Wasserversorgungsunternehmen sicherstellten, dass die Grenzwerte für die entsprechenden Wirkstoffe eingehalten würden. Doch laut Wenzel gehören Pflanzenschutzmittel nicht ins Grundwasser. (az)
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