Für eine zielgerichtete Entwicklung der ländlichen Räume und neuer Systeme in der Tierhaltung in Deutschland bedarf es eines raschen Ausbaus der praxisnahen Forschung, sagte Rainer Spiering (SPD) heute in Berlin. Im Verlauf einer lebhaften Debatte im Bundestag zum Agrarbericht 2015 des Bundeslandwirtschaftsminiteriums (BMEL) betonte er die zentrale Bedeutung der Forschung. Einerseits erzeuge die Landwirtschaft in Deutschland Produkte höchster Qualität und Sicherheit in effizienter Weise, gleichzeitig bestehe jedoch in der Gesellschaft eine gewisses Unbehagen über die Produktionsmethoden. "Der Stall der Zukunft ist ein marktrelevanter Faktor", betonte Spiering. Dies sei anlässlich eines Gesprächs mit Vertretern der Deutschen Agrarforschungs-Allianz (Dafa) in dieser Woche noch einmal sehr deutlich geworden.   

Eine Tatsache, welche nach Ansicht von Spiering auch völlig übersehen werde, sei die am Standort Deutschland stattfindende Urproduktion. Deutschland sei nicht ausschließlich ein rohstoffarmes Land, welches darauf angewiesen sei importierte Rohstoffe durch Wissen in Produkte zu überführen. Vielmehr biete die hier stattfindende  Produktion von Agrargütern ein großes Potenzial um Produktionsverfahren in vielerlei Hinsicht zu optimieren. Auch diese Systeme könnten für andere Länder neue Wege weisen. Daher plädiere er dafür, die seit langer Zeit vernachlässigte Forschung im Agrarsektor auszubauen, so Spiering. Eine neue Wahrnehmung der Agrarwirtschaft in der Gesellschaft unterstütze diese Orientierung. (jst)
stats