Schulbildung

Plädoyer für mehr Agrarthemen

"Das Ergebnis der Umfrage sollte die Kultusminister nicht nur zum Nachdenken, sondern zum Handeln anregen", kommentierte Patrik Simon, Geschäftsstellenleiter des Vereins information.medien.agrar (i.m.a.), der die Umfrage in Auftrag gegeben hatte.

Die Bürger würden sich eine stärkere Berücksichtigung landwirtschaftlicher Themen in den Schulen wünschen. Zwei Drittel der repräsentativ Befragten hätten sogar gefordert, diese Themen verpflichtend zu unterrichten, heißt es in einer Mitteilung des i.m.a.

Die Mehrheit der Bundesbürger vertrete der Umfrage zufolge die Ansicht, dass im Unterricht derzeit kein realistisches Bild der Landwirtschaft vermittelt werde. Bei Befragten mit Kindern falle dieses Urteil noch deutlicher aus. Das Ergebnis zeige, dass je mehr Kontakt zur Schule bestehe, das Bewusstsein, dass der Unterricht kein wirklichkeitstreues Bild der Landwirtschaft vermittele, um so größer sei, folgert Simon.

Eine Lösung für diesen Zustand könne ein praxisorientierter Unterricht sein. So plädiere mit 80 Prozent der Befragten die Mehrheit für eine landwirtschaftsbezogene Projektarbeit. Dazu zählen Besuche auf Bauernhöfen oder gemeinsames Kochen sowie die Arbeit im Schulgarten.

"Die deutschen Landwirte sind bereit, Schulklassen zu empfangen", meint Simon. Er verweist darauf, dass bereits rund 70.000 Lehrer und Lehrerinen mit didaktischem Unterrichtsmaterial unterstützt würden.  "Doch so lange in den Lehrplänen landwirtschaftliche Themen nicht verbindlich vorgeschrieben sind, wird es beim Engagement einiger weniger Pädagogen bleiben", so Simon. (jst)
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