Nach der Wahl in Österreich haben die bisherigen Koalitionspartner der sozialdemokratischen SPÖ und der konservativen ÖVP mit Gesprächen über die Fortführung ihre Arbeit begonnen. Einig waren sie sich in einem Punkt: Es soll gespart werden. Regierungschef Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger von der ÖVP schmieden Pläne zur Streichung von zwei Ressorts. Das Landwirtschaftsministerium könnte dabei auf der Strecke bleiben.

Laut dem Online-Medium Wirtschaftsblatt.at ist an ein Superministerium mit Umwelt, Landwirtschaft und dem Energiebereich gedacht. Möglicher Kandidat sei anstelle von Nikolaus Berlakovich ein Newcomer wie Landesrat Stephan Pernkopf, heißt es in der Zeitung.

Berlakovich wird seine zunächst ablehnende Haltung zum Verbot der Neonikotinoide vorgehalten. Das sei im Wahlkampf nicht gut angekommen. Sein Direktmandat im Wahlkreis Burgenland Süd ist verloren, er hat aber über die Landesliste einen Sitz im Nationalrat ergattert.

Das bisher „Lebensministerium“ genannte Landwirtschaftsministerium könnte somit abgeschafft werden. Gegen solche Pläne wehren sich österreichische Bauern. Laut Agra Europe drohe der Österreichischen Bauernbund (ÖBB) mit der Gründung eines selbstständigen Agrarclubs im Parlament.

Künftig werden voraussichtlich nur noch zwölf statt bisher 14 Bauernbund-Abgeordnete für ihre Berufskollegen im Parlament einstehen. Dabei haben laut Recherchen des ÖBB rund 83 Prozent der Landwirte die ÖVP gewählt. (hed)
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