Gemäß der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung soll der Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 30 ha pro Tag reduziert werden. Doch von diesem Ziel „sind wir noch weit davon entfernt“, sagt der Präsident des UBA, Jochen Flasbarth.

Insbesondere in vielen Klein- und Mittelstädten kommt es zur Zersiedelung der Landschaft und Flächenverbrauch, da Einkaufszentren und Siedlungen auf der „Grünen Wiese“ entstehen. Gleichzeitig vermehrt sich innerstädtischer Leerstand und Wertverfall.

Der Flächenverbrauch gehört nach wie vor zu den bislang ungelösten Umweltproblemen in Deutschland, heißt es vom UBA. Um dies zu ändern, startet das Amt heute ein Planspiel, dass zeigen soll, wie der fortwährende Flächenverbrauch gestoppt werden kann.

Ein Handel mit Flächenzertifikaten könnte dem entgegenwirken – so die Auffassung vieler Fachleute. Den Kommunen werden dabei Flächenausweisungsrechte in Form von Zertifikaten kostenlos zugeteilt. Diese benötigen sie, um außerhalb der Städte neue Fläche für die Bebauung auszuweisen. Die Fläche, die für Bauland im Außenbereich zur Verfügung steht, wird so von vornherein begrenzt.

Flasbarth zum Start des Modellversuchs: „Wir wollen den Flächenverbrauch reduzieren“ und die Begrenzung des Baulandes auf der Grünen Wiese soll sich auch positiv auf die Innenstädte auswirken und Stadtzentren wieder attraktiver für die dort wohnenden Menschen sowie Handel und Gewerbe machen.

Ein weiterer Vorteil: Mit den Zertifikaten könnten die Gemeinden Geld einnehmen, zum Beispiel um Flächenrecycling zu finanzieren. Weitere Informationen unter www.flaechenhandel.de. (hed)
stats