Trockenschäden

Polen beziffert Dürreausfälle


Wahlkampf
Polens Agrarminister Marek Sawicki steht unter Druck, schnell Dürrehilfen vorzulegen, weil Ende Oktober Wahlen zum Parlament anstehen. Zurzeit regiert in Warschau eine Koalition aus der liberal-konservativen PO mit der Bauernpartei PSL, der Sawicki angehört. Auf Stimmenfang unter unzufriedenen Landwirten ist die oppositionelle nationalkonservative Partei PiS, die bis 2007 an der Regierung war und seit Kurzem mit Andrzej Duda den polnischen Präsidenten stellt. (db)
In Polen könnten sich die Flächen, auf denen die Ertragsausfälle höher sind als 30 Prozent im Vergleich zum Dreijahresdurchschnitt, auf etwa 800.000 ha summieren. Bislang reichten die Annahmen von 350.000 ha bis 1 Mio. ha. Die erste Schätzung der Verluste beläuft sich auf rund 550 Mio. Zloty (etwa 130 Mio. €), gab Polens Agrarminister Marek Sawicki am Mittwoch nach der Auswertung von regionalen Meldungen bekannt. Eine nächste Runde von Schadensermittlungen ist geplant, sobald sich die Ausfälle bei Mais und weiteren Futterpflanzen, Zuckerrüben sowie Wurzelgemüse exakter abschätzen lassen.

Sawicki plant, bereits in der kommenden Woche in Warschau dem Kabinett erste Maßnahmen der Dürrehilfe vorzuschlagen. Die endgültige Ausgestaltung wird jedoch erst später folgen, zumal die EU-Kommission alle Beihilfen genehmigen muss. Außerdem hat Sawicki wie auch sein französischer Kollege Stéphane Le Foll eine Einladung von Bundesagrarminister Christian Schmidt erhalten. Bei dem Treffen Anfang September in Berlin sollen Positionen und Forderungen im Vorfeld der Sondersitzung der EU-Agrarminister am 7. September in Brüssel abgestimmt werden. (db)
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