Russland-Embargo

Polen fordert Kompensation

Polnische Äpfel gibt es bald im Überfluss
-- , Foto: Jennifer Höck / pixelio
Polnische Äpfel gibt es bald im Überfluss

Sawicki hat sich offiziell an EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg, EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos und EU-Handelskommissar Karel De Gucht gewandt. In einem Schreiben fordert er finanzielle Entschädigung für Ausfälle im Russlandgeschäft. Bereits am Freitag war der polnische Minister zu Gesprächen in Brüssel, um Solidarität einzufordern. "Das Embargo ist politischer Natur", argumentierte Sawicki. Es handele sich um eine Antwort auf Beschränkungen, die von der Europäischen Union nach Russland verhängt worden sind.

Die Regierung in Moskau hatte Mitte vergangener Woche ein Importverbot für Obst und Gemüse aus Polen verhängt und diese Maßnahme mit phytosanitären Mängeln, unter anderem mit zu hohen Pflanzenschutzmittelbelastungen begründet. Polnischen Obst- und Gemüseerzeugern drohen dadurch hohe Einbußen. Das Warschauer Ministeriums macht geltend, dass Verluste von rund 500 Mio. € entstehen könnten. Allein von der polnischen Apfelernte geht nach Angaben der Fachleute im Durchschnitt jedes Jahr ein Fünftel nach Russland.

Mittlerweile gibt es dazu auch in Twitter eine Kampagne unter dem Hashtag #jedzjabłka - frei übersetzt: "Esst (polnische) Äpfel". (db)
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