Superabgabe

Polens Milchbauern zahlen in Raten

Ende dieser Woche können polnische Landwirte bei ihrer regionalen Agrarmarktagentur (ARR) Anträge stellen, um ihre Strafabgaben über einen Zeitraum von drei Jahren zu strecken. Von dieser Möglichkeit, die im März als freiwillige Maßnahme von den EU-Mitgliedstaaten beschlossen worden ist, macht Polen Gebrauch.

Rund 63.000 Milcherzeuger haben nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Warschau ihre einzelbetriebliche Quote überschritten. Im Milchwirtschaftsjahr 2014/15 durften polnische Landwirte 105 Mio. t liefern. Überschritten worden ist diese Obergrenze um 580.000 t. Pro Kilogramm Milch wird eine Superabgabe von 0,91 Zloty fällig – das entspricht mit dem aktuellen Umrechnungskurs etwa 0,22 €/kg.

Manche haben die doppelte Menge geliefert

Etwa ein Drittel der betroffenen Erzeuger werden Rechnungen von weniger als 1.000 Zloty erhalten – also Beträge von unter 240 € zahlen müssen. Weitere 30 Prozent müssen sich auf Beträge von 1.000 bis 5.000 Zloty (240 bis 1.200 €) einstellen. Bei den restlichen 14.000 Produzenten wachsen die Strafen deutlich an – bis zu Beträgen von mehr als 1 Mio. Zloty (240.000 €). Einige von ihnen hätten ihre Quote um das Doppelte überschritten. Grund sei, so Landwirtschaftsminister Marek Sawicki, dass unter dem Eindruck der hohen Milchpreise 2014 von 1,80 bis 2 Zloty/kg (0,43 bis 0,48 €/kg) viele Erzeuger die Produktion ausgedehnt haben. Aktuell ist der Milchpreis in Polen aber auf 1,14 Zloty/kg (rund 0,22 €/kg) gefallen. (db)
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