Milchkrise

Politik sieht Handlungsbedarf


Am späten Dienstagnachmittag endete die Sondersitzung der Agrarstaatssekretäre von Bund und Ländern im hessischen Agrarministerium in Wiesbaden. „Die Situation am Milchmarkt ist weiterhin sehr angespannt. Darum haben wir heute über einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Krisenbewältigung auf dem Milchmarkt beraten", sagte im Anschluss an das Treffen die hessische Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser. Hessen führt in diesem Jahr den Vorsitz der Agrarministerkonferenz (AMK). Beim Herbstreffen in Fulda hatte sich Hessen für den runden Tisch zur Milch eingesetzt und versprach den betroffenen Betrieben Hilfe.

Nächstes Treffen in Berlin

2016 übernimmt Mecklenburg-Vorpommern den Vorsitz der AMK. Der nächste runde Tisch zur Milchkrise findet daher zur Amtschefkonferenz in Berlin Mitte Januar statt. Ziel für Tappeser ist es, ein Krisenmanagement auf dem Milchmarkt zu ermöglichen. Sie setzt sich für weitere Treffen ein, an der alle am Milchmarkt Beteiligten teilnehmen.

Auf den Prüfstand sollen beispielsweise Verträge kommen, die zwischen Milcherzeugern und Molkereien unter völlig anderen Marktbedingungen vereinbart wurden. Vor rund einem Jahr betrug der Milchauszahlungspreis rund 42 Cent/Liter. Heute sind es 24 bis 26 Cent/Liter. "Wenn diese Situation noch einige Monate anhält, verlieren einige Betriebe die Existenzgrundlage", so Tappeser. Sie sieht es als eine gesellschaftliche Aufgabe an, strukturelle Verwerfungen in der Landwirtschaft zu verhindern.

Hessen engagiert sich für mengenreduzierende Maßnahmen auf dem Milchmarkt. Allerdings räumt die Staatssekretärin ein, dass nationale Alleingänge nicht zielführend seien. Hier sei die EU-Kommission der richtige Ansprechpartner. (da)
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