Futtermangel

Polnische Rinder auf Diät


Landesweite Ausfälle
Gemeldet sind Dürreschäden in 14 der 16 polnischen Wojewodschaften. Besonders stark sind die mittleren Landesteile betroffen – allen voran die Region um Warschau. Zunächst war von etwa 350.000 ha Fläche die Rede, auf denen so große Ausfälle entstanden sein könnten, dass Landwirte auf staatliche Hilfen hoffen dürfen. Mittlerweile reichen die Schätzungen bis zu 1 Mio. ha der insgesamt 14,4 Mio. ha landwirtschaftlichen Nutzfläche. Ausfälle gibt es auf Acker- und Grünland sowie im für Polen wichtigen Obst- und Gemüseanbau. (db)
Ein eigenes Dürreprogramm will Polens Landwirtschaftsminister Marek Sawicki vorlegen, sobald zwei Drittel der von der diesjährigen Trockenheit betroffenen Provinzen ihre Schadensmeldungen abgegeben haben. Das soll noch in dieser Woche der Fall sein, kündigte Sawicki am Montag bei einer Pressekonferenz in Kielce im Südosten des Landes an. Er gehe aber mittlerweile davon aus, dass die Schäden „sehr hoch" sein werden. Der polnische Minister teilte mit, dass er bereits einen Brief an EU-Agrarkommissar Phil Hogan geschrieben habe, um Soforthilfen für Rinderhalter zu beantragen, die unter Futtermangel leiden.

„Wir versuchen, finanzielle Hilfe von überall her zu bekommen. Auch aus Brüssel", sagte der polnische Minister am Montag. Er versicherte aber ebenfalls, dass er es als nationale Aufgabe betrachte, den Bauern zu helfen. Denkbar seien auch Zuschüsse für den Saatgutkauf, Liquiditätskredite oder Stundungen von Sozialabgaben. Gleichzeitig dämpfte Sawicki zu große Hoffnungen. Es sei nicht möglich, alle wirtschaftlichen Schäden finanziell vollständig auszugleichen. Bei den Hilfen handele sich vielmehr um eine soziale Unterstützung von in Not geratenen Landwirten. Sawicki erinnerte auch daran, dass Dürrehilfen nach EU-Recht erst dann genehmigt werden, wenn die Verluste mindestens 30 Prozent der Erträge im Mittel der zurückliegenden drei Jahre ausmachen. (db)
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