Milchquote

Positive Resonanz auf das Ende


Die Genossenschaften sind auf die neue Zeit gut vorbereitet, teilt der Deutsche Raiffeisenverband mit. „Wir sind froh, dass dieses Kapitel hinter uns liegt", so DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers. Die Abschaffung der Regelung sei die logische Konsequenz aus dem Ziel einer stärkeren Marktorientierung der EU-Milchpolitik. Bereits vor zehn Jahren sei der Quotenausstieg politisch vorbereitet worden. Die Molkereigenossenschaften hätten seitdem die Absatzchancen genutzt und sich zunehmend auf den Weltmarkt ausgerichtet, heißt es vom DRV.

Weltweite Nachfrage steigt

Ähnlich argumentiert auch EU-Agrarkommissar Phil Hogan. „Das Ende des Zeitalters der Milchquote markiert das Ende eines Kapitels in der Geschichte des europäischen und auch globalen Milchsektors", wird Hogan in einer Mitteilung der EU-Kommission zitiert. Gleichzeitig sei es der Beginn eines neuen Kapitels, einer neuen Epoche ohne Produktionseinschränkungen. Hogan verweist auf Schätzungen zum Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Molkereiprodukten von jährlich 2,1 Prozent. Insbesondere verarbeitete Produkte würden verstärkt nachgefragt werden. Trotz des Entfalls der Milchquote hätten die EU-Mitgliedsstaaten weiterhin die Möglichkeit, ihre Milcherzeuger zu unterstützen, betont Hogan. So könnten sie entkoppelte Direktzahlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik leisten oder auch entlegene Gebiete gezielt unterstützen. 

Alternativen entwickeln


Auch der Agrarpolitische Sprecher der Partei Bündnis90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff, bedauert den Entfall der Milchquote nicht. Sie habe seit ihrer Einführung 1984 die kleinen und mittleren Milcherzeuger benachteiligt. Der auch während der Zeit der Milchquote abgelaufene Strukturwandel „war politisch gewollt, um billige Rohmilch für die Molkereien abzusichern", teilt Ostendorff mit. Dennoch sei seiner Auffassung nach nun mit umfassenden Krisen am Milchmarkt zu rechnen. Ostendorff erwartet einen starken Anstieg der Milcherzeugung und in dessen Folge stark sinkende Erzeugerpreise. Nur mit einem Instrument der Mengeregulierung in Krisenzeiten könne diesen Problemen begegnet werden. Auch würden Programme zur Förderung einer bäuerlichen Milcherzeugung mit Weidehaltung benötigt. Die einseitige Orientierung zum Weltmarkt diene nur den Großmolkereien und der Milchindustrie. Leidtragende seine die bäuerlichen Erzeuger hierzulande und anderswo, so Ostendorff. (jst)
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