Antibiotika-Verbrauch

Postleitzahl spielt keine Rolle


Beim Antibiotikaverbrauch steht die Postleitzahlenregion 49 erneut an der Spitze. Fast ein Drittel aller Antibiotika für Nutztiere wird von Tierärzten aus dem südwestlichen Niedersachsen verschrieben, ermittelte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Zum 49er Postleitzahlenbezirk gehören die Kreise Osnabrück, Vechta, Cloppenburg, die Grafschaft Bentheim, das südliche Emsland und Teile des Landkreises Diepholz.

Der hohe Antibiotikaverbrauch resultiert nicht allein aus der hohen Viehdichte in der Region. Hauptgrund ist, dass zwischen Osnabrück und Cloppenburg viele große Tierarztpraxen tätig sind, die auch Bestände außerhalb der Region betreuen. In den Großpraxen sind häufig mehr als zehn Veterinäre beschäftigt, die mit Landwirten in Niedersachsen, Westfalen und in Ostdeutschland zusammenarbeiten. „Wenn Mäster aus dem Kreis Vechta ihre Ferkel aus Sauenanlagen in Sachsen-Anhalt beziehen, wollen sie, dass ihr Hoftierarzt auch diese Ställe betreut“, berichtet ein Tierarzt aus Steinfeld im Kreis Vechta gegenüber agrarzeitung.de. Hinzu komme, dass es in vieharmen Regionen immer weniger spezialisierte Tierärzte gebe und deshalb Fachleute aus den Veredelungsregionen engagiert würden.

Ein klareres Bild über den regionalen Antibiotikaeinsatz könnte die Antibiotikadatenbank liefern, an die die Tierhalter ihren Verbrauch melden. Denn diese Daten würden auf den bei der Tierseuchenkasse gemeldeten Bestand bezogen. Ein Problem hierbei sei allerdings, dass bisher viele Landwirte ihrer Meldepflicht nicht nachgekommen seien und die Zahlen deshalb kaum repräsentativ sein könnten, schränkte der Tierarzt ein. (SB)
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