Energiewende

Potential von Biomasse im Vergleich


In einer Metaanalyse nimmt die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) Studien mit Blick auf Strom, Wärme und Kraftstoffe unter die Lupe. Die Energieerzeugung aus Biomasse wurde in den vergangenen Jahren politisch gefördert. Bei der Erzeugung von Wärmeenergie spielt Holz eine wichtige Rolle, Strom wird vor allem aus Biogas gewonnen und bei der Mobilität ersetzen Biodiesel und Bioethanol zu einem Teil fossile Energieträger.

Wärmeenergie dominiert
Zurzeit wird Bioenergie vor allem zum Heizen genutzt. Von den knapp 195 Terawattstunden (TWh), die 2014 in Deutschland durch Biomasse bereitgestellt wurden, entfielen 113 TWh auf den Wärme-, 32 TWh auf den Kraftstoff- und 49 TWh auf den Stromsektor. Die optimistischsten Studien für den Strombereich sehen die Möglichkeit, die Stromerzeugung aus Biomasse noch um mehr als zwei Drittel auf knapp 83 TWh bis zum Jahr 2030 auszubauen. Die Möglichkeiten zur Kraftstoffbereitstellung werden in der Spitze sogar noch weit höher eingestuft, allerdings mit einer anderen Rohstoffbasis als heute. 

Umfang und Schwerpunkte umstritten

Trotz aller Erfolge bestehen in der Wissenschaft sehr unterschiedliche Einschätzungen darüber, in welchem Umfang und mit welchen Schwerpunkten die Bioenergie künftig zum Einsatz kommen sollte. Das geht aus der neu erschienenen Metaanalyse „Nutzungspfade der Bioenergie für die Energiewende“ der AEE hervor. „Die Metaanalyse zeigt, wie die Vorzüge der Bioenergie im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor künftig verstärkt zur Geltung kommen könnten“, erklärt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer anlässlich der Veröffentlichung des Papiers.

Bioenergie flexibel nutzen

Das Flächenpotenzial zur Nutzung der Bioenergie ist begrenzt. Dennoch zeigt die Metaanalyse, dass der Biomassenutzung in vielen Studien insgesamt noch ein deutliches Steigerungspotenzial zugesprochen wird. Für die verstärkte Nutzung der Bioenergie kristallisieren sich zwei Hauptströmungen heraus. Zum einen liegen Studien vor, die die Bioenergie vorrangig zur Stromerzeugung in flexiblen Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betrachten. Die Bioenergie kann demzufolge ihre Stärken zum Ausgleich der fluktuierenden Stromproduktion aus Windkraft- und Solaranlagen voll zur Geltung bringen.

Dominanz von Holz geht zurück

Andere Studien haben stärker die Biokraftstoffe im Blick, vor allem weil es in bestimmten Bereichen, etwa bei schweren Nutzfahrzeugen sowie im Flug- und Schiffsverkehr, an Alternativen für eine Versorgung mit Erneuerbaren Energien mangelt. Weitgehend Einigkeit herrscht in den analysierten Studien darüber, dass die traditionelle, durch die Holzenergie geprägte Dominanz des Wärmesektors als Nutzungspfad für die energetische Biomassenutzung langfristig zurückgeht.

Für die Metaanalyse wurden zwölf Publikationen im Hinblick auf ihre wesentlichen Annahmen und Ergebnisse zu den künftigen Nutzungspfaden der Bioenergie in Deutschland ausgewertet. (SB)
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