Baden-Württemberg

Preise für Ackerland ziehen an


Für landwirtschaftliche Grundstücke in Baden Württemberg wurde im Jahr 2015 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 24.700 €/ha bezahlt. Gegenüber dem Vorjahr (23.000  €/ha) bedeutet dies einen Anstieg um 7,3 Prozent, teilt das Statistische Landesamt mit. Damit habe sich der in den vergangenen abzeichnende Trend steigender Preise weiter fortgesetzt. Insgesamt wurden von der Behörde 2015 die Preise von 5.251 Verkäufen ermittelt. Dabei wechselten landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 3.976 ha die Besitzer.

Stuttgart an der Spitze

Vor allem in den Stadt- und Landkreisen der Verdichtungsräume, häufig Gebiete mit besseren natürlichen Ertragsbedingungen, wurden die höchsten Grundstückspreise erzielt. Unter den Landkreisen führen Ludwigsburg, Böblingen, Biberach, Rhein-Neckar und Alb-Donau mit durchschnittlichen Bodenpreisen zwischen 30.000 und 38.700  €/ha die Skala an. Die höheren Grundstückspreise in den Stadtkreisen, insbesondere in Heidelberg mit 135.200  €/ha und in der Landeshauptstadt Stuttgart mit 124.400  €/ha, sprechen dafür, dass das Niveau hier stark von den örtlichen Baulandpreisen beeinflusst sein dürfte, vermuten die Beamten. Am unteren Ende der Preisskala lagen traditionell die eher ländlichen Gebiete mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten, wie die Landkreise Neckar-Odenwald, Freudenstadt, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Rottweil mit Grundstückspreisen von 12.100 bis 13.100  €/ha.

Haupterwerbsbetriebe investieren in Flächenkauf

Neben der regionalen Lage wurden die Kaufpreise wesentlich von der Bodenqualität bestimmt. Für geringwertigere Böden mit 20 bis 30 Bodenpunkten wurden durchschnittlich 12.450  €/ha, bei etwas besseren Böden zwischen 40 und 50 Bodenpunkten bereits 24.800  €/ha entrichtet. Für gute bis sehr gute Böden (über 70 Bodenpunkte) ergaben sich für die veräußerten Flächen mit 35.900 €/ha auch die höchsten Preise. Des Weiteren zeigt sich eine deutliche Differenzierung nach den jeweiligen Erwerbern der Grundstücke. Danach treten insbesondere Haupterwerbslandwirte (519 Kauffälle mit 1.470 ha übertragener Fläche) als Käufer auf. Käufe von Nebenerwerbslandwirten (151 Kauffälle, 400 ha) und Nichtlandwirten (57 Kauffälle, 120 ha) sind eher die Ausnahme als die Regel. Bei 193 Eigentumsübertragungen von Grundstücken ab 1 ha ist der Erwerberstatus unbekannt.

Bei Grünland wechseln merklich weniger Flächen zu niedrigeren Preisen den Eigentümer. Sie streuen in Abhängigkeit von der Person des Erwerbers zwischen 13.400  €/ha bei Nebenerwerbslandwirten und rund 20 000  €/ha bei Haupterwerbslandwirten und Nichtlandwirten gleichermaßen. (SB)
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