Chinas Verbrauch übersteigt die Produktion. Reisbauer in Longsheng, China.
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Chinas Verbrauch übersteigt die Produktion. Reisbauer in Longsheng, China.

Aus dem Bericht "Landwirtschaftsausblick 2013-2022" geht hervor, dass aufgrund knapper Anbauflächen, gestiegener Produktionskosten und zunehmender Umweltbelastung die Produktion von Agrargütern nur noch durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr betragen wird. Im vergangenen Jahrzehnt habe sie noch bei 2,1 Prozent pro Jahr gelegen. Die Autoren der Studie glauben aber, dass die Versorgung mit Agrargütern mit der globalen Nachfrage Schritt halten wird.

Eine begrenzte Produktionssteigerung bei gleichzeitig höherer Nachfrage, bedeute natürlich eine Preissteigerung für Getreide- und Fleischprodukte. “Solange die Nahrungsmittelvorräte in großen Hersteller- und Verbraucherländern klein bleiben, herrscht ein verstärktes Risiko für volatile Preise”, warnt der Bericht. “Eine großflächige Dürre wie 2012 zusätzlich zu knappen Nahrungsmittelbeständen könnte die Weltpreise um 15 bis 40 Prozent erhöhen.”

China steht im Fokus

Der Schwerpunkt des Berichtes, der von der OECD heute in Peking vorgestellt wird, liegt auf China. Das Land hat ein Fünftel der Weltbevölkerung, schnell wachsende Einkommen und einen rapide expandierenden Agrar- und Nahrungsmittelsektor. Es wird den Agrarmarkt in Zukunft stark beeinflussen.

Nach Schätzung der Autoren wird China in Bezug auf die wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen autark bleiben – allerdings wird sich auch seine Produktion im kommenden Jahrzehnt verlangsamen. Ackerland, Wasser und Arbeitskräfte sind knapp. “Das Land hat die Weichen gestellt, um den Hunger zu bekämpfen“, sagt der Generaldirektor der FAO, Jose Graziano da Silva, allerdings müsse China größeres Augenmerk auf die Umwelt und auf seine Ressourcen legen.

In China werde der Verbrauch von Agrargütern auch bei einer Steigerung der Produktion voraussichtlich um etwa 0,3 Prozent im Jahr übersteigen. Chinas Ölsaaten-Anbau wird sich laut Bericht in den kommenden zehn Jahren um 40 Prozent erhöhen und dann 59 Prozent des Welthandels auf diesem Gebiet ausmachen.

Der Bedarf übersteigt die Produktion

Der Fleisch- und der Milchsektor werden sich weiterhin vergrößern, was zu einer Mehreinfuhr an Futtermitteln führen wird. China entwickelt sich zum weltweit größten Verbraucher von Schweinefleisch, sein Pro-Kopf-Konsum wird 2022 den in der Europäischen Union übersteigen.

Allerdings enthalten diese Prognose eine Anzahl von Unwägbarkeiten. Dazu gehörten vor allem die Bodenverschlechterung, der Wasserverbrauch und die Produktionsschwankungen aufgrund des Klimawandels. Eine der wichtigsten Herausforderung für die chinesische Regierung wird es sein, auch für diese Menschen Nahrungsmittelsicherheit herzustellen. (hed)
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