Nach Absage an agra 2017

Priesmeier fordert Distanz zur AfD

Die Teilnahme des Vertreters eines AfD-Landesverbandes im Rahmen einer Informationsveranstaltung auf der Fachmesse agra 2017 in Leipzig habe ihn bewegt, seine eigene Teilnahme abzusagen, bekräftigte Priesmeier im Gespräch. Grundsätzlich sei er gern bereit, sich in entsprechenden Diskussionsformaten auch mit AfD-Vertretern auseinanderzusetzen. Doch das in Leipzig angesetzte Format habe eine Möglichkeit zur fach- und allgemeinpolitischen Diskussion nicht geboten. Vielmehr hätten die jeweiligen Vertreter der Bundesparteien nur ein Statement abgeben können.

Die Tatsache, dass der AfD-Vertreter in der vorgesehenen Reihenfolge die Gelegenheit zum abschließenden Statement erhalten hätte, habe er als unzulässig empfunden, betonte Priesmeier. Auch sei die AfD nun einmal nicht im Bund vertreten und habe daher auch kein Recht im Rahmen der bundespolitischen Repräsentanten zu sprechen, unterstrich er.

Verbände müssten mehr Verantwortung übernehmen

In einer im Anschluss an die Statements vorgesehenen Diskussion sei seine Teilnahme als SPD-Vertreter nicht vorgesehen worden. Ihm sei jedoch der Hinweis gegeben worden, aus dem Publikum Fragen an die Diskutanten zu richten, zeigt sich Priesmeier verärgert. Aus diesen Gründen habe er allein entschieden, seine Beteiligung an der agra  2017 abzusagen.

Generell fordere er die landwirtschaftlichen Verbände auf, sich eingehender mit der AfD zu beschäftigen. Die heutige Partei entspreche keinesfalls jener, welche zur Bundestagswahl des Jahres 2013 angetreten sei. Er bedauere, dass der heutigen, vorwiegend "destruktiv agierenden AfD", zu viel Raum für ihre Positionen eingeräumt werde. An dieser Stelle sehe er auch die landwirtschaftlichen Verbände in der Pflicht, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, so der Bundestagsabgeordnete. (jst)  
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