Starken und teils kurzfristigen Einfluss auf den Rapsanbau in Deutschland nimmt die Politik. Darauf weisen Referenten bei der Ufop-Fachtagung einhellig hin.

Einerseits steuert die Biokraftstoffpolitik den Einsatz von Raps in Treibstoffen durch immer neue Regeln. Ab 2015 müssen Mineralölhersteller die Treibhausgasminderung berücksichtigen. Bei unterschiedlichen Zertifizierungen für unterschiedliche pflanzliche Öle sind Wettbewerbsverzerrungen absehbar. Das räumt auch Dr. Bernt Farcke vom Bundeslandwirtschaftsministerium ein.

Weitere Probleme für den Rapsanbau drohen von der EU-Nitratrichtlinie. Daran erinnert Prof. Bernhard Schäfer, Fachhochschule Ostwestfalen in Soest. Daher müssten Züchter und praktische Landwirtschaft auf die N-Effizienz achten.

In diesem Jahr mit seinen hohen Rapserträgen sei die N-Bilanz von Raps hervorragend, betont Dr. Martin Frauen, Rapszüchter der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke. Bei Erträgen von mehr als 80 dt/ha, wie sie in diesem Jahr erzielt wurden, werde über das Rapsprotein 280 kg N/ha entzogen, obwohl nur 190 kg N/ha gedüngt wurden. Aber solch hohe Erträge seien wetterabhängig. Sorten zu züchten, die konstant hohe Erträge bringen, sei eine ständige Herausforderung für Züchter. (brs)
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