Förderung gentechnikfreier Milch

"Pro Weideland" bereit für Handel

Mit dabei sind neben Niedersachsens Landwirtschafts- und Verbraucherminister Christian Meyer jene Beteiligte aus Handel, Wirtschaft und Interessenvertretern, die nun maßgeblich die Vermarktung der Weidemilch voranbringen sollen: Arno Krause, Geschäftsführer des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen, Ralf Hinrichs, Geschäftsführer der Molkerei Ammerland, sowie Julian Beer, der Lidl-Geschäftsführer für den Bereich Einkauf International.

Gentechnikfreie Weidemilch unter dem Label „Pro Weideland“ sei nicht nur Verbraucherwunsch, sondern berge „ein riesiges Marktpotenzial“, erklärt Meyer. „Das ist ein Schatz, der in Niedersachsen viel zu lange missachtet wurde und den wir endlich heben wollen – für mehr Einkommen der Bauern, zum Erhalt von Grünland und für Lebensmittel aus tiergerechter Haltung.“

Kriterien für "Pro Weideland"

Die Kriterien – für die Dauer der Weidehaltung, die Ställe oder das Futter – wurden in der „Charta Weideland“ mit Landvolk, AbL, BDM, Nabu, BUND, Tierschutz, Molkereien, Wissenschaft und Handel entwickelt. Die mitmachenden Milchbauern müssen etwa per Weidetagebuch nachweisen, dass die Kühe pro Jahr mindestens 120 Tage und pro Tag mindestens sechs Stunden auf der Weide stehen. Außerdem ist gentechnikfreies Futter zu verwenden.

Pro Milchkuh und Kalenderjahr müssen überdies mindestens 2000 Quadratmeter Dauergrünland zur Verfügung stehen, also im Durchschnitt für fünf Milchkühe mindestens ein Hektar Dauergrünland. Die Hälfte der Fläche hat in direkter Nähe der Melkanlage zu sein, um eine aktive Beweidung durch Milchkühe zu ermöglichen.

Label soll bundesweit vermarktet werden

Nun geht es um die Etablierung des Labels im Handel. Neben der Molkerei Ammerland mit ihrer Hausmarke „Ammerländer Unsere Weidemilch“ bietet auch Lidl seine Weidemilch „Milbona“ mit dem neuen Label an. Ziel sei eine bundesweite Vermarktung, teilt das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium mit, dessen Land das Vorhaben innerhalb des Weidemilchprogramms mit einem Gesamtumfang von bisher rund 500.000 Euro gefördert hat.

Während Minister Meyer durch das neue Label den Einsatz der Milchviehhalter für mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz sowie das Engagement einer bäuerlichen Landwirtschaft insgesamt stärken will, setzt Molkerei-Geschäftsführer Ralf Hinrichs auf einen „Mehrwert für die Weidemilchlieferanten“. Grünlandzentrum-Chef Arno Krause lobt die „einzigartige Bedeutung“ des Labels und Julian Beer sieht Lidl durch die Teilnahme am Projekt auf dem Weg „zu Deutschlands nachhaltigstem Discounter“. (got)
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