Landvolk-Demonstration

Protest gegen Agrarwende

Mehrere Tausend Landwirte zogen heute mit zahlreichen Treckern durch die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover, um gegen die rot-grüne Agrarpolitik und insbesondere gegen  Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) zu protestieren. „Die Agrarpolitik der rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen legt sich wie Mehltau auf Niedersachsens Höfe. Unsere Bauern und ihre Familien wollen nicht unter Vorschriften und Auflagen erstickt werden, sie brauchen endlich wieder eine Perspektive“, sagte Landvolkpräsident Werner Hilse auf der Abschlusskundgebung. Landwirte und ihre Familien sähen sich jeden Tag aufs Neue einem Klima der Verdächtigungen und Anschuldigungen ausgesetzt. In erster Linie lastete Hilse dies dem grünen Landwirtschaftsminister Christian Meyer und seiner Politik der Agrarwende an. Meyer schüre Ängste unter den Verbrauchern. Dies führe dazu, dass Verbraucher über die Qualität der in Niedersachsen erzeugten Lebensmittel verunsichert würden. Und er entmutige Landwirte und ihre Familien, weil er sie einem ständigen Misstrauen aussetze. „Der Minister zerschlägt wertvolles Porzellan, nämlich das Vertrauen in eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Landwirtschaft als wirtschaftliche Basis für unsere ländlichen Räume“, warf Hilse dem grünen Politiker vor.

Ostendorff weist Kritik zurück

Die Rede Hilses provozierte bei den Grünen Widerspruch: Das Landvolk versuche von den „wahren Ursachen der aktuellen Krise abzulenken“, erklärte der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff. Landwirtschaftsminister Christian Meyer betreibe „mit zahllosen Angeboten und Initiativen eine Politik für die Bäuerinnen und Bauern“. Vom Landvolk würden jetzt Schuldige gesucht, um von den eigenen Fehlern abzulenken, erklärte Ostendorff. Hilse sei in der Vergangenheit einer der größten Prediger für eine Mengenausweitung und damit für das Prinzip „Wachsen oder Weichen“ gewesen. Das habe den Bauern nicht geholfen, sondern zu einem immensen Überschuss an Milch und Schweinen geführt. Die Ursache der Krise liegt laut Ostendorff in der viel zu hohen Menge und in der Orientierung auf ständiges Wachstum und Export. (SB)
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