Hinter den Kulissen ringen in Berlin die Koalition und die Opposition weiter um einen Kompromiss im Streit um die Regeln für den Arzneimitteleinsatz in der Tierhaltung. Schlichter ist der Vermittlungsausschuss aus Bundestag und Bundesrat, der erneut in knapp zwei Wochen tagt.

Viele der zwischen Regierung und den Ländern umstrittenen Punkte im Arzneimittelgesetz basierten auf Missverständnissen, heißt es aus Koalitionskreisen. Dennoch fachen die gestern von der QS GmbH, Bonn, veröffentlichten Daten zum Antibiotika Einsatz in der Tierhaltung die Diskussion an.

„Die von QS veröffentlichten Daten zeigen, dass die christlich-liberale Koalition mit dem im Bundestag beschlossenen Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes auf einem guten Weg ist", sagt die FDP-Agrarsprecherin Christel Happach-Kasan. Das Gesetz verpflichte auffällig gewordene Betriebe mit Tierärzten zusammenzuarbeiten und ihr Betriebs- und Hygienemanagement zu verbessern, so Happach-Kasan weiter.

Der Agrarsprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff, hält es für „bemerkenswert, dass selbst QS den massiven Antibiotika Einsatz in der Tierhaltung einräumen muss". Er fordert als Konsequenz grundlegende Veränderungen bei den Tierhaltungsbedingungen statt marginale Verbesserungen im Arzneimittelgesetz.

Laut den QS-Daten von gestern setzten 76 Prozent der befragten Schweinemäster in den vergangenen sechs Monaten Antibiotika ein. Bei den Masthähnchen wurden 83 Prozent der befragten Bestände mit Antibiotika behandelt. (sta)
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