Niedersachsen

Rechtliche Hürde behindert mehr Tierwohl

Dies war eine Botschaft, die Niedersachsens Junglandwirte in einem Gespräch mit Landwirtschaftsminister Christian Meyer in Hannover diskutiert haben. „Tierwohlverbessernden Maßnahmen, die keine höheren Emissionen verursachen, wird aus Gründen des Emissionsschutzes gleichwohl die Genehmigung versagt“, schilderte Vorsitzender Niklas Behrens und fügte an: „Das ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar“. Die Baubehörden sowie Bund und Länder müssten die Anstrengungen verstärken, um mehr Tierwohl in den Ställen möglich zu machen. Die dazu bislang speziell in Niedersachsen eingeleiteten Schritte stufen die Junglandwirte als völlig unzureichend ein.

Was Förderung betrifft, loben die Junglandwirte die Existenzgründungsbeihilfe im Nachbarland Sachsen-Anhalt. Jeder Junglandwirt, der sich dort innerhalb der vergangenen zwei Jahre erstmals niedergelassen hat, kann demnach einen Zuschuss von bis zu 70.000 € beantragen. „Eine Kopplung dieser Förderung an Leistungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz wäre für uns Junglandwirte sinnvoll im Sinne einer zukunftsorientierten Betriebsentwicklung“, betonte Henrik Brunkhorst aus dem Vorstand der Junglandwirte Niedersachsen. Die Förderung würde seiner Meinung nach auch den ländlichen Raum insgesamt stärken.

Gravierende Folgen für den Bodenmarkt befürchtet

Mit Blick auf die Debatte des von der rot-grünen Landesregierung geplanten Agrarstruktursicherungsgesetzes (NASG), das im Zuge der vorgezogenen Landtagswahlen nicht abgeschlossen wurde, erneuerten die Junglandwirte gegenüber dem Minister ihre grundlegende Kritik. Sie lehnen den Gesetzentwurf gänzlich ab. Er kehre den bisherigen Schutz der Landwirte vor einer so genannten „ungesunden Bodenverteilung“ um in eine Lenkung der Agrarstruktur, und zwar zulasten der Landwirte. Gerade junge Betriebsleiter befürchten gravierende Folgen.

„Wir wollen unsere Betriebe nach den Gegebenheiten vor Ort frei entwickeln können“, betont Behrens. Die geplanten Neuregelungen für Naturschutzverbände, Kommunen oder Ersatzflächen hätten eindeutig lenkende Wirkung. Bei Neueinsteigern sei nicht vorgesehen, dass sie für den Flächenerwerb zumindest eine landwirtschaftliche Ausbildung vorweisen müssen. Junglandwirte hingegen verfügten in der Regel über eine Berufsausbildung plus Meisterkurs, Fachschule oder Studium. (mrs)
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