Mit ihren Forderungen zur drastischen Reduzierung der Emissionen von Ammoniak und Methan treiben die Umweltpolitiker des Europäischen Parlaments die Tierhalter in Deutschland in einen massiven Strukturwandel, befürchtet der Deutsche Bauernverband (DBV). Erschreckend sei, dass die gleichen Europaabgeordneten, die für sich in Anspruch nehmen, für kleine und mittlere bäuerliche Betriebe oder für die Milchviehhalter einzutreten, mit ihren Forderungen genau diese Betriebe unter Druck setzen und den Strukturwandel antreiben, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

Eine Umsetzung der NEC-Richtlinie würde die bereits heute sehr angespannte wirtschaftliche Situation der deutschen Tierhalter verschärfen. Mit den überzogenen Forderungen zur Luftreinhaltung konterkarierten die Umweltpolitiker die Weiterentwicklung tiergerechter Haltungsverfahren, weil die Betriebe ihre Ställe aus Emissionsschutzgründen abkapseln müssten. Eine Reduzierung der Methanemissionen Deutschlands bis 2030 um 39 Prozent würde die Milchviehhaltung verdrängen und die Erhaltung des Grünlandes durch die Nutzung von Wiederkäuern könne nicht mehr sichergestellt werden, befürchtet der der Präsident des DBV, Joachim Rukwied. (az)
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